Um die Sportabteilung des CVJM Sylbach weiter vorzustellen, soll der Blog mehr Einsicht und Informationen bieten.
Bietigheim-Bissingen. Der TSV Bietigheim war Ausrichter von der vom 23. bis 27. Juli stattfindenden 4. Indiaca Weltmeisterschaft. Im Vorfeld hatten sich alle deutschen Mannschaften viel vorgenommen und wollten an die herausragenden Ergebnisse der WM 2008 mit fünf von sechs geholten Weltmeistertiteln anknüpfen. Damals hatten nur die Männer der offenen Klasse ihr Finale knapp gegen die Luxemburger verloren.
An der diesjährigen Weltmeisterschaft nahmen insgesamt 34 Mannschaften aus sieben Nationen teil. Neben den deutschen Mannschaften, die in jeder Spielklasse (Frauen, Mixed und Männer, jeweils 19+ und 40+) antraten, sind Indiacaspieler aus Estland, Polen, Japan, Luxemburg, Belgien und der Schweiz angereist.
Auch bei dieser WM waren wieder Spieler aus Sylbach und Pivitsheide dabei. Zwar hatten es Samuel Brockmüller und Christoph Vannahme nicht in den endgültigen Kader geschafft, doch waren wir durch Johanne Geßner und ihren Bruder Marc-Philipp Geßner trotzdem vertreten. Die ganze Indiacaabteilung hat sich darüber tierisch gefreut und stand voll hinter den beiden, weswegen auch mehrere mit zur WM anreisten. Die beiden Spieler reisten mit Anhang und zwei befreundeten Auswahlspielern aus Kamen bereits am Montag an, um den Reisestress zu minimieren. Am Dienstag stand dann ein letztes Abschlusstraining in den einzelnen Mannschaften auf dem Programm. Dazu standen bereits die vier Spielfelder in der Bietigheimer Eishalle zur Verfügung. Team Deutschland erlebte bereits zu diesem Zeitpunkt einige Schrecksekunden. So knickte die eigentlich bei den Frauen fest gesetzte Hauptstellspielerin Sonja Brunner um und konnte am Spielbetrieb der gesamten WM nicht mehr aktiv eingreifen. Auch Marci rutschte beim Stemmschritt weg, bei ihm ging es aber zum Glück weiter. So waren die Mannschaften für die Vorrunde gewarnt und achteten genau darauf, dass überall ordentlich gewischt und der Boden trocken war. Die Vorrunde für die Klassen Frauen 19+, Herren 19+ und Mixed 40+ begann am Mittwoch, nachdem die Weltmeisterschaft am Dienstagabend auf dem Bietigheimer Marktplatz feierlich eröffnet worden war. Die Frauen musste sich im Spielsystem „Jeder gegen jeden“ gegen Estland, Luxemburg, Japan und gegen die Schweiz beweisen. Dabei gelangen gegen die Schweiz und gegen Luxemburg teilweise souveräne und lockere 2:0 Siege. Die Partie gegen die gerade in der Abwehr auftrumpfenden Japanerinnen war sehr umkämpft und wurde knapp 2:0 gewonnen. Gegen die „Estis“, wie sie von ihren Fans angefeuert wurden, lief es im ersten Satz wieder locker, doch im zweiten fühlte man sich zu sicher und verlor ihn knapp. Am Ende stand aber der 2:1 Sieg für die deutschen Frauen und damit Platz 1 nach der Vorrunde und eine gute Ausgangslage fürs Halbfinale. Insgesamt fehlte ein wenig die Durchschlagskraft und Konstanz im Angriff, aber die wichtigen Spiele sollten ja noch kommen. Jojo bekam auch einen Einsatz und spielte gegen Luxemburg durch. Die Männer hatten im selben Spielsystem Estland, Luxemburg, Belgien, Japan und die Schweiz als Gegner und hatten offensichtlich keine Probleme damit. Die Spiele wurden meist souverän und kontrolliert gewonnen, die Neulinge aus Belgien sogar zu 9 und 7 Punkten quasi aus der Halle gefeuert. Dabei war es egal, wen der Trainer Mathias Brodbeck aufstellte. So spielte jeder und auch Marci bekam mehrere Einsätze. Am Ende des Tages waren die deutschen Herren ohne Satzverlust Gruppenerster und haushoher Favorit auf den Titel. Auch die Mixed 40+ Mannschaft aus Deutschland marschierte in ähnlicher Manier durch die Gruppenphase, nur gegen die Esten gab es eine 1:2 Niederlage. Wegen eines verlorenen Satzes weniger waren trotzdem alle deutschen Mannschaften nach dem ersten Vorrundentag Gruppenerster. Am zweiten Turniertag folgte die Vorrunde der übrigen drei Klassen (Frauen 40+, Männer 40+ und Mixed 19+). Die „junge“ Mixed Mannschaft gewann alle sechs Spiele, teilweise zwar recht knapp, aber insgesamt trotzdem souverän und war ebenfalls ohne Satzverlust Gruppenerster. Anders erging es dem Frauen 40+ Team. Sie verloren gegen Estland 1:2 und gaben gegen die Schweiz noch einen weiteren Satz ab. Es fehlte schlicht und einfach an Beweglichkeit auf dem Feld. So waren sie „nur“ Gruppenzweite. Ihre männlichen Kollegen machten es besser und wurden ohne größere Probleme und ohne Satzverlust ebenfalls Gruppenerster. Die Stimmung im deutschen Lager war gut, man konnte wirklich zufrieden sein.
Am Freitag waren bereits die ersten Plazierungsspiele für die, die es nicht ins Halbfinale geschafft hatten. Danach folgten die Halbfinals und anschließend die Spiele um Platz 3, bei denen „leider“ keine deutsche Mannschaft zu sehen war. Denn alle deutschen Teams gewannen ihr Halbfinale. Die „alten“ (40+) Männer und Frauen gewannen jeweils gegen die Schweiz mit 2:0, die Mixed siegte gegen Japan. Die „junge“ Mixed (19+) fertigte in ihrem Halbfinale Japan ab und zog ebenfalls ins Finale ein. Die Frauen verloren nach einem sehr nervösen Beginn wegen schlechten ersten Bällen und wenig Druck im Angriff den ersten Satz gegen Estland. Sie konnten sich aber fangen, drehten das Spiel und gewannen schließlich 2:1. Wie erwartet bekam Jojo keine weitere Chance sich zu präsentieren, aber ihre Zeit wird kommen. Das Halbfinale der Männer wirkte dagegen fast langweilig. Die Schweiz hatte zu keinem Zeitpunkt der Partie eine Chance, die deutschen Herren waren zu stark. Besonders erfreulich aus unserer Sicht war der Einsatz von Marci, der durchspielte. Es sollte nicht der letzte bleiben.
Dann war der Tag, auf den ganz Indiaca-Deutschland hin gefiebert hatte, gekommen: der Finaltag. 6 Finals mit jeweils deutscher Beteiligung. So war die Halle schon recht früh ganz gut gefüllt. Es begann mit den Frauen 40+. Sie verloren ihr Finale gegen starke Estinnen. Auch die Mixed 40+ kämpfte mit Estland und verlor am Ende. Die Stimmung in der Halle drohte zu kippen, doch die Männer 40+ schafften den Umschwung und besiegten Estland. Der erste Weltmeister aus Deutschland, alle waren am jubeln! Die Frauen 19+ wollten diese Welle der Euphorie nutzen, verloren aber gegen die besseren Schweizerinnen. Nach anfänglichen Tränen waren schnell wieder fröhlichere Gesichter zu sehen, spätestens als die Mixed 19+ die Halle betrat. Diese gewannen ihr Endspiel gegen Estland souverän und dürfen sich alten und neuen Weltmeister nennen. Jetzt warteten alle auf den Höhepunkt des Tages. Das Finale der Männer 19+ war die Wiederholung des Finals von 2008. Wieder ging es gegen die starken Luxemburger und die deutschen hatten ja noch eine Revanche offen. Zur großen Freude unserer mitgereisten Fans spielten sowohl Marci von Anfang an, als auch die anderen beiden „Nordlichter“ Poldi und Potthoff aus Kamen. Sie legten von Beginn an ein sehr gutes Niveau an den Tag und gewannen den ersten Satz. Die fast volle Haupttribüne bebte. Doch der zweite Satz ging trotz ähnlich guter Leistung an die Luxemburger und so kam es zum ultimativen Showdown. Dabei mussten sowohl die Spieler als auch die Fans inklusive Maskottchen an ihre Grenzen gehen. Am Ende stand der Sieg und alles andere war vergessen. Marci spielte das Finale bis auf eine Verletzungspause wegen Nasenbluten durch und zeigte eine sehr gute Performance und führte die Mannschaft mit seinen Emotionen zum Sieg.
Abgerundet wurde der Tag von der feierlichen Siegerehrungen und einer Abschlussparty.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Deutschland mit 3xGold und 3xSilber die bestimmende Nation in der Welt ist. Gerade bei den Herren kommt der Rest sowohl in der Spitze, wie auch in der Breite nicht hinterher. Trotz wenig Spielzeit für Jojo können wir auf beide Spieler unseres Vereins sehr stolz sein. Es war eine tolle Woche mit viel Spaß, tollen Erfahrungen und am Ende auch Erfolg! Wir wünschen allen eine erholsame Sommerpause.
Von der WM berichtete: Fabian Pfitzner